Et Kapellche e.V.
mach doch mit
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27.05.2019
Rosen und Eukalyptus

Am 18. Mai haben wir das Quartier und die Kapelle an der Holsteinstraße gemeinsam mit der GAG bei strahlendem Sonnenschein eröffnet – ein Ort der Begegnung und des friedlichen Miteinanders.

Die Glasfenster der Kapelle leuchten und werfen ein warmes Licht in den Innenraum, das jüdische Lied Hevenu Shalom Alechem erklingt – hebräisch Wir wollen Frieden für alle – und besingt den Geist, für den das säkularisierte Kapellchen auch in Zukunft steht.

Pater Behlau, Vorstand des ehemaligen Redemptoristenklosters, das zuvor auf dem neuen GAG-Quartiersgelände stand, erläutert in seinem Grußwort die dargestellten Motive der ehemaligen Klosterkapelle, die das himmlische Jerusalem darstellen. „Die Stadt glänzt wie ein kostbarer Edelstein“, heißt es in der Offenbarung des Johannes, der in seinen Visionen Jerusalem vom Himmel auf die Erde herabkommen sah als Stadt des ewigen Friedens.

Bis zum Ende aller Zeiten braucht man im Kapellchen jedoch nicht zu warten, einen friedvollen Anfang können wir schon im Hier und jetzt gestalten. Meral Sahin, Geschäftsfrau und Vorsitzende der IG Keupstraße, begrüßt als gläubige Muslima den interkulturellen und interreligiösen Austausch, der an diesem Ort möglich sein wird. Sie erinnert daran, dass bereits 1965, kurz nachdem ihre Eltern aus der Türkei nach Deutschland kamen, ein Gebet der Muslime gen Mekka im Nordschiff des Kölner Doms möglich war, nachdem das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) das Verhältnis der katholischen Kirche zum Islam neu bestimmte. Eine Offenheit, die man sich heute umso mehr wünscht. Pfarrer Sebastian Baer-Henney von der evangelischen Friedenskirche Köln-Mülheim und Vorstand des interreligiösen Tischs spricht das abschließende Segensgebet. Möge es ein harmonisches Miteinander der Menschen, ihrer Kulturen und Religionen im Veedel geben, sagt er, so wie in dem Blumenstrauß mit Rosen und Eukalyptus, der zuvor Marianne Arndt, Vorstandsmitglied vom Kapellchen, von Meral Sahin überreicht wurde, ein schöner Vergleich, der einlädt über die ästhetische Dimensionen des Friedens nachzudenken.

Vor dem Kapellchen ging es dann weiter mit einem heiter bunten Programm auf der Freilichtbühne. Frau Pendzialek von der GAG und Dirk Weingarten, 1. Vorsitzender des Kapellchenvereins begrüßen die neuen Mitbewohner des Quartiers und lädt zum geselligen Miteinander und Austausch bei kleinen Köstlichkeiten und Softdrinks ein, für die die GAG großzügig gesorgt hat. Der Zauberclown Jacomo unterhält mit viel Spielfreude die kleinen und großen Besucher, die Schanzenqueens ermuntern zum Mitsingen Kölscher Lieder nach dem Motto „In unserem Veedel“. Für südländisches Flair sorgte das Gitarrenduo Udo und Franko mit spanischer Musik, alle saßen im regen Austausch beisammen wie auf einer Piazza. So soll es auch in Zukunft sein.

Rundum ein gelungener Start für unseren Verein!

Kerstin Maria Pöhler

Presse und Öffentlichkeitsarbeit