Et Kapellche e.V.
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18.02.2019
Jede Altersstufe erreichen. Ehemalige Kapelle als Begegnungsstätte

Kölner Wochenspiegel 23.01.2019

MÜLHEIM -(hh).

Trotzig steht die kleine Kapelle des ehemaligen Redemptoristen-Klosters an der Holsteinstraße neben modernen Neubauten. Dank einer Initiative des 2015 gegründeten gemeinnützigen Vereins „Et Kapellche e.V.“ und der gütigen Unterstützung der GAG Immobilien AG wird das geistige Relikt auch zukünftig seinen festen Platz in Alt-Mülheim haben. 


Im Jahre 2014 erwarb die GAG das einstige Kloster und ließ nach dem Abriss der Gebäude rund 120 neue Wohneinheiten auf dem Gelände entstehen. „Unsere Vorsitzende Simone Kretz und weitere Mitglieder, die eine enge persönliche Verbindung zum Kloster hatten, führten frühzeitig eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Kapelle durch und reichten anschließend eine Petition beim Wohnungsunternehmen ein. Die GAG zeigte sich dankenswerterweise mit unserem Streben einverstanden“, erläutert Vereinsmitglied Kerstin Maria Pöhler.


Um der Kapelle eine neue Funktion zuzuteilen, entwarfen die inzwischen 40 Mitglieder Pläne, die nun die Nutzung des Gebäudes als interkulturelle Begegnungsstätte frei von jeglichen Ideologien vorsieht. Die hierfür notwendigen Umbaumaßnahmen sollen im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. „Wir haben uns schon einiges überlegt, was in dem knapp 100 Quadratmeter großen Kirchenraum, zu dem auch ein Sozialtrakt gehört, demnächst geschehen soll. So möchten wir gerne Konzerte für Chöre oder Kammermusik veranstalten, Lesungen durchführen oder auch Tai Chi-Kurse abhalten.


Auch vierteljährliche Ausstellungen, eine Schreibwerkstatt und ein Nachbarschaftscafé sind geplant. Im Grunde soll es Angebote für alle Altersstufen geben“, erklärt Kassenwart Roland Petrick.
Wichtig sei jedoch die Beachtung der Historie. „Natürlich wird auch der Geschichte der Kapelle als Ort der Stille und Besinnlichkeit Rechnung getragen. Daher stehen auch spirituelle Angebote oder Diskussionsrunden zu den Weltreligionen auf dem Programm“, ergänzt Pöhler, die den Anwohnern versichert, dass die Nachtruhe eingehalten und laute Konzerte vermieden werden. Ferner ist eine Vermietung der Kapelle für private Zwecke nicht vorgesehen.


Der Verein, der sich über weitere Mitglieder und engagierte Unterstützer mit kreativen Ideen freuen würde, strebt eine Kooperation mit der Friedenskirche und der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens und Mauritius an.